Die 19. Augsburger Mediengespräche wurden von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), den Augsburger Hörfunk- und Fernsehsendern sowie der Stadt Augsburg, am 06.11.2023 im goldenen Saal des Augsburger Rathauses durchgeführt. Thema war in diesem Jahr die Auswirkungen der Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Medien, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Moderator des Abends Herrn Richard Gutjahr, Journalist, und Digitalexperte stellte die Frage: „Halten Sie die Benutzung von KI in allen Lebensbereichen für eine positive oder eine negative Entwicklung?“. Tatsächlich war die nicht repräsentative Umfrage im Publikum von viel positiver aber auch viel negativer Stimmung geprägt. Dieses interessante Thema führte den Bezirksvorsitzenden Siegfried Troyer und den CGM-Geschäftsführer Karsten Ristow in den Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

Herr Dr. Thorsten Schmiege der Präsident der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien (MLB) begrüßte als einer der Gastgeber die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Augsburger Stadtgesellschaft. Auch Frau Martina Wild, Bürgermeisterin der Stadt Augsburg und Referentin für Bildung und Migration begrüßte die Teilnehmer, im Namen der Oberbürgermeisterin Eva Weber, auf das herzlichste und wünschte dem Abend einen guten Verlauf.

Im Impulsvortrag von Gregor Schmalzried benannte dieser das Textprogramm Chat GPT als eines jener Programme das die Diskussion über die Verwendung künstlicher Intelligenz für viele Menschen zugänglich machte. Die Möglichkeit mit Hilfe der Künstlichen Inteligenz Texte zu erstellen, Reden zu schreiben, oder auch Presseartikel zu verfassen führt diese Technik in die Breite unserer modernen Gesellschaft. Natürlich hat dies auch eine breite Diskussion, über Chancen und Gefahren, der Verwendung dieser Programme ausgelöst.

Aber auch Programme für Bilderstellung wie Dall-E 2. führen diese Diskussion weiter bis hin zu Programmen von KI-generierter Musik. In der Diskussion des Für und Wider solcher Anwendungen taucht schnell die Forderung nach deren Regulierung auf, um die missbräuchliche Verwendung zu unterbinden. Herr Schmalzried bemerkte hierzu, dass wir in Europa 30 Jahre brauchten, um die Datenschutzgesetze an die Erfindung des World Wide Web anzupassen. Die aktuelle Entwicklung aber das Wissen von Maschinen alle 6 Monate verdoppelt und er deshalb unterstellt, dass die Menschen diesen Wettlauf verlieren werden. Ist also die künstliche Intelligenz ein unkalkulierbares Risiko oder der nächste evolutionäre Schritt?

Dieser Frage ging man dann in der Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Elisabeth André, Lehrstuhlinhaberin für Menschzentrierte Künstliche Intelligenz, Universität Augsburg, Florian Nuxoll, Lehrer am Geschwister Scholl Gymnasium in Tübingen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen, Autor und Podcaster („Doppelstunde“), Prof. Dr. Claudia Paganini, Inhaberin der Professur für Medienethik an der Hochschule für Philosophie München, Leitung des Zentrums für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg), Peter Müller, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen und Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Moderator Richard Gutjahr führte mit gezielten Fragen gekonnt durch den Abend.

Die KI und ihre Möglichkeiten wurden hierbei von allen als Chance angesehen, die Zukunft für alle positiv zu gestalten. Aber auch der Missbrauch wurde als Problem erkannt und muss als solches gelöst werden. Auswirkungen, insbesondere in den Medienberufen, wurden hier von Peter Müller als Erweiterung des Werkzeugkastens dargestellt. Die Verdrängung von menschlicher Arbeit und damit der Wegfall von menschlichen Arbeitsplätzen im journalistischen Bereich schloss Müller aus. Einig waren sich jedoch alle, dass viele Bereiche unseres alltäglichen Lebens betroffen sein werden und damit auch der Veränderung unterliegen.

Karsten Ristow, Geschäftsführer

Foto: v.l.n.r.: Prof. Dr. Claudia Paganini, Dr. Torsten Schmiege, Prof. Dr. Elisabeth Andrè, Richard Gutjahr, Florian Nuxoll, Peter Müller

 Foto: v.l.n.r.: Siegfried Troyer, Karsten Ristow