Am Mittwoch, den 05.03.2025 hatte die Hans Seidel Stiftung in ihr Haus in der Lazarettstraße 33 in München geladen. Das Thema der Veranstaltung war „Die Zukunft der Pflegeversicherung“. Auch wenn es hierbei um ein breit aufgestelltes Thema ging, so machte doch die Stellv. Vorsitzende der Hans Seidel Stiftung, Frau Kerstin Schreyer MdL, in ihrer Begrüßung klar, dass der Abend nur den Auftakt für eine ganze Reihe von Veranstaltungen zu diesem Thema sein wird. Prominenter Gast des Abends-zu diesem Thema war die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention Judith Gerlach, Mdl.
Den Saal Franz Josef Strauß, in der Hans Seidel Stiftung, füllten eine Vielzahl von interessierten. Mit Spannung erwarteten die Teilnehmer der Veranstaltung über neue Entwicklungen aus dem Bereich der Pflege zu erfahren. Die Staatsministerin berichtete in ihrer Rede von den hohen Erwartungen an die neue Regierung in Berlin für den Bereich der Pflege. Insbesondere die Enttäuschung der Wähler im Wahlkampf sprach Gerlach an. Das gesamte Thema Pflegeversicherung kam in diesem Wahlkampf so gut wie gar nicht vor. Damit blieben aber alle politischen Parteien auch Antworten für die Zukunft der Pflege schuldig. Eine Tatsache benannten beide Rednerinnen und das war die beeindruckende Zahl von 80 %. Wenigen, so Gerlach ist in unserem Land bewusst, dass 80 % aller Pflegeleistung in unserem Land von Familien im privaten Bereich geleistet wird.
Als Moderator des Abends war Nikolaus Nützel vom Bayerischen Rundfunk eifrig dabei einen Gesprächsfaden zu spinnen und mit gezielten Fragen durch den Abend zu führen. Entgegen den Presseverlautbarungen der letzten Wochen und Monate konnten die Zuhörer am heutigen Abend erfahren, dass die Pflegeversicherung nicht pleitegehen kann. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage nach der grundsätzlichen Finanzierung der Pflegeversicherung genauso, wie die Frage nach dem Leistungspacket das die Pflegeversicherung übernimmt. Klar ist, dass das heutige System kein „Vollkasko System“ ist. Insgesamt wurde im anschließenden Panel über die anstehenden Herausforderungen gesprochen. Prof. Dr. Büttner, als Ökonom, übernahm in der Diskussion vor allem die finanzielle Seite der Betrachtung. Dr. Andreas Maag ging auf die soziale Komponente, der am System Beteiligten, ein. Thomas Hackenberg berichtete als Vertreter des Verbands der Ersatzkassen über die finanzielle Grundlage des Systems und seiner Entwicklungsnotwendigkeiten. Vorschlag von seiner Seite war, die Privaten Krankenkassen in das System mit einzubinden. Die Aussicht auf mehr Leistungsempfänger bei immer weniger arbeitenden Beitragszahlern, die in das System einzahlen, wirft Fragen und Probleme auf. Auch wurde die Möglichkeit einer privaten Zusatzpflegeversicherung benannt, um das System zu stabilisieren. Weiter hielten die Diskutanten den Bereich der Digitalisierung und Robotik für nützliche Werkzeuge, bemerkten aber auch dass, es sich hierbei nur um zusätzliche Werkzeuge handeln kann, aber einen Ersatz für die menschliche Pflege im Ganzen nicht darstellen könne. Am Ende war es Frau Prof. Dr. med. Katharina Bürger, als Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft München e.V., die am Krankheitsbeispiel Alzheimer deutlich machte, wie individuell in diesem Bereich jeder Krankheitsfall sich darstellt und welche Herausforderung dieser für unser System gesamt, aber auch für jeden einzelnen Beteiligten gegeben ist. Am Ende war es Frau Staatsministerin Gerlach die in Richtung der anwesenden Interessenvertreter der privat zuhause Pflegenden sich für das große Engagement in diesem Bereich bedankte.
von Karsten Ristow, Geschäftsführer