Der Bayrische Landtag und die Stadt Augsburg luden zu einem gemeinsamen Festakt zum 80-jährigen Kriegsende und eröffnen gleichzeitig das 375. hohe Friedensfest in Augsburg.

Am Donnerstag, den 08.05.2025 hatte der Bayrische Landtag und die Stadt Augsburg in den Kongress am Park geladen, um den Festakt zum 80-jährigen Kriegsende zu begehen. Zum musikalischen Auftakt kam „Die Bitten der Kinder“ nach einem Gedicht von Berthold Brecht von der Big Band des Gymnasiums bei St. Stephan feat. Young Rappers, in der Bearbeitung von Jakob Kanschat, zur Aufführung.

In ihrer Begrüßung sprach im Anschluss Oberbürgermeisterin Eva Weber über das Kriegsende vor 80 Jahren und die Verknüpfung mit dem 375. Hohen Friedensfest in diesem Jahr. Weiter betonte Weber, wie wichtig der Frieden für unser Zusammenleben ist und wie grundlegend dieser für unsere Demokratie gebraucht wird. Eine Erinnerung, dass mit dem Kriegsbeginn in der Ukraine auch die Angst vor dem Krieg in Europa zu uns zurückgekommen ist und diese Angst auch eine Gefahr für unsere Demokratie darstellt.

Diesen Gedanken nahm auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner in ihrer Gedenkansprache auf. Aigner betonte die Notwendigkeit, dass nur eine starke demokratische Mitte der Garant für einen wehrhaften Frieden sein kann. Auch sprach Sie ihren Dank dafür aus, dass es unter anderem den amerikanischen Militär zu verdanken war, dass wir in Deutschland vom Faschismus befreit wurden und Europa sich von den Folgen des zweiten Weltkriegs erholen konnte. Diesen Dank richtete Aigner an die anwesenden Vertreter des US-Militärs sowie an Dr. James Miller, den US-Generalkonsul aus München. In seinem Grußwort betonte dieser unsere Verantwortung dafür, dass über die Erinnerung an den Holocaust hinaus auch die Verpflichtung für uns alle besteht, dass der Faschismus, in unserer freien Gesellschaft, keinen Platz haben darf.

Diesem Gedanken folgend, kam in Ihrer Festrede die Publizistin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal zu dem Punkt, dass wir täglich am Frieden arbeiten müssen. Sie erinnerte daran, dass Frieden nicht selbstverständlich und immer wieder verteidigt werden muss, insbesondere in einer Zeit, in der unsere Demokratie in Gefahr ist. Düzen Tekkal betonte die Realität unserer Zeit. Sie mahnte an, Fluchtursachen zu bekämpfen, nicht gegen Flüchtlinge zu kämpfen. Sie sprach davon, eine ehrliche Erinnerungskultur zu leben und mit Empathie Flüchtlingen zu begegnen. Ihre klare Forderung an uns „Wir müssen reden“. Der erste Schritt ist das Gespräch: um gemeinsam unserer Zukunft zu gestalten. Am Ende der Veranstaltung war deutlich geworden, dass der Blick in die Vergangenheit nicht nur Mahnung für uns sein muss. Vielmehr ist er auch Chance, unsere Zukunft gemeinsam positiv gestalten zu können. In Erinnerung an das hohe Friedensfest geschieht dies mit Ausgleich und Toleranz für die gelebte Verantwortung in unserer Gesellschaft.

von Karsten Ristow, Geschäftsführer

Landtagspräsidentin Ilse Aigner

OB Eva Weber

US-Generalkonsul Dr. James Miller

Festredner Düzen Tekkal