Michael Kohl, Betriebsrat der MAN ES in Augsburg und Karsten Ristow, Geschäftsführer der Christlichen Gewerkschaft Metall in Augsburg besuchten den Länderdialog Baden-Württemberg und Bayern zum Thema Wasserstoff in der IHK-Schwaben. Die IHK-Schwaben war Ausrichter der Veranstaltung und bot in Ihrem Haus den würdigen Rahmen für diese Veranstaltung.

Reinhold Braun als stellvertretender Präsident der IHK-Schwaben, Dr. Jan Stefan Roel BWHK, IHK Ulm und Dr.-Ing. Robert Schmidt BHK, IHK Nürnberg für Mittelfranken begrüßten nacheinander die Teilnehmer zu dieser Veranstaltung.
Im ersten Gespräch des Tages ging es dann um die Frage „Wasserstoff als Chance der Industrie“. Einstimmig waren die Diskutanten der Meinung das diese Chance gegeben ist. Das hierzu aber auch noch große Aufgabe zu lösen sind. Aufgaben welche in den Ländern Bayern und Baden-Württemberg erkannt wurden und welche mithilfe vieler Akteure auch gelöst werden. Seit 2019 ist für Bayern Staatsminister Hubert Aiwanger der Gründer des Wasserstoff-Bündnisses und somit einer der Motoren mit seinem Ministerium für die Entwicklung der Wasserstofflösungen in unserem Bundesland. Viel hat sich seit 2019 im Bereich Wasserstoff bereits getan. Mehr als nur ein paar Schritte sind bundesweit für die Industrie unternommen, um den Energiebedarf der Industrie auf erneuerbare Ressourcen umzustellen. Im Bereich Wasserstoff wird gerade für die energieintensive Industrie wie zum Beispiel die Stahlindustrie auf grünen Wasserstoff gesetzt.
In den folgenden Diskussionen ging es um einzelne wichtige Bereiche wie zum Beispiel das bis 2032 mit 9.700 Kilometern geplante sogenannte Wasserstoff-Kernnetz.

Die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) haben in den vergangenen Wochen mit Hochdruck an der finalen Modellierung und Optimierung gearbeitet. Die Gesamtlänge des optimierten Kernnetzes beträgt rund 9.700 km. Davon entfallen 710 km auf Leitungen von 17 weiteren potenziellen Wasserstoffnetzbetreibern, die den FNB im Rahmen der Gelegenheit zur Stellungnahme zum ersten Planungsstand bis zum 28.7.2023 zugegangen sind. Das Kernnetz besteht zum überwiegenden Teil aus umgestellten Erdgasleitungen (ca. 60 %). Die Investitionskosten belaufen sich auf 19,8 Mrd. €. Die Einspeise- bzw. Ausspeisekapazitäten betragen rund 100 GW bzw. 87 GW. Der Entwurf des Kernnetzes erfüllt damit die in der EnWG-Novelle zum Wasserstoff-Kernnetz verankerten Ziele eines deutschlandweiten, ausbaufähigen, effizienten und schnell realisierbaren Wasserstoffnetzes bis zum Zieljahr 2032. Damit setzt sich Deutschland beim Aufbau der Infrastruktur an die Spitze in Europa.

Generell sind auch weiterhin die Bereiche Straße, Schiene und Pipeline für den Transport von Wasserstoff vorgesehen. An der Diskussion Namen auch Vertreter der DB Cargo sowie weitere Akteure teil, welche aus ihren speziellen Bereichen und von ihrer Arbeit im Bereich Wasserstoff berichteten.

Auf dem Schienennetz von etwa 33.000 km will der DB-Konzern etwa ein Fünftel des Wasserstoff-Transports abwickeln – ein Vorteil: Dieses Netz gibt es im Gegensatz zur Pipeline schon.

Am Ende dieses sehr interessanten Tages ging es dann in eine große Podiumsdiskussion, in der viele der über den Tag aufgetretenen Akteure noch einmal auf dem Podium in den direkten Austausch gingen, um das bereits erreichte und um die notwendigen nächsten Schritte im Bereich Wasserstofftechnologie. Hier wurde auch noch einmal die technische Entwicklung der Brennstoffzelle angesprochen. Insbesondere für den Bereich des LKW-Baus, so waren sich die Beteiligten einig, dass für den Bereich LKW Mobilität auf die Brennstoffzelle gesetzt werden wird. Am Ende Sprachen sich die Teilnehmer noch einmal für die staatliche Verantwortung aus die Wasserstofftechnik durch staatliche Förderung attraktiv und wirtschaftsfähig zu machen.

 Karsten Ristow, Geschäftsführer