Welchen Einfluss haben Lokaljournalismus und soziale Medien auf unsere Meinungsbildung. Um diese Frage ging es in den augsburger mediengesprächen 2024.

In diesem Jahr traf man sich auf Einladung der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der Stadt Augsburg in der Teehalle des Hotel Maximillian`s in Augsburg. Auch Kollegen der CGM waren dieser politischen Einladung gefolgt, um interessante Vorträge zu hören und einer lebendigen Podiumsdiskussion zu folgen.

Der Präsident der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien Dr. Thomas Schmiege begrüßte die Teilnehmer der Veranstaltung und führte in das überaus wichtige Thema ein. Unter dem Motto Demokratie- und Medienvertrauen stärken, sprach sich Dr. Schmiege für dieses Thema als Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts aus. Er betonte auch, wie wichtig es ist, dass das Vertrauen in die Medien bestehen bleibt. Nur so wird der Qualitätsjournalismus auch weiterhin als Wissensquelle akzeptiert. Die Entwicklung von Medienkompetenz auf der einen, und die Grundlage der guten Recherche auf der anderen Seite, sah er hierfür als unabdingbare Vorrauaussetzung an.

Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenfalls und überbrachte die Grüße der Stadt Augsburg. Mit dem Zitat: „Wer keine Ahnung hat, der hat auch keine Meinung“ von Joschka Fischer, unserem ehemaligen deutschen Außenminister, begann Sie ihre Begrüßung. Auch sprach Eva Weber die in Augsburg vor Ort befindlichen regionalen und überregionalen Medien an, mit deren Hilfe das kompetente Meinungsbild vor Ort gewährleistet wird. Die aktuellen Krisenzeiten sah Weber als einen der Gründe für die Zweifel am Wahrheitsgehalt unserer Medien Land auf, Land ab an. Weber selbst forderte auf, die Pressefreiheit zu stärken, mahnte aber auch an, dass die Verwendung von künstlicher Intelligenz in den Redaktionen Skepsis bei den Lesern hervorbringen und somit um so mehr die Wächterfunktion von Qualitätsmedien bestimmen.

In ihrem anschließenden Vortrag sprach Frau Prof. Dr. Alexandra Borchardt für den Bereich der Medienforschung ebenfalls über Gefahren und Veränderungen im Umgang mit den Medien unserer Zeit. Am Beispiel der USA zeigte sie viele schwarze Flecken auf, in denen es in der weitläufigen Fläche der USA heute bereits keine lokalen Nachrichten und Zeitungsverlage mehr gibt. Ganze Bereiche des Landes werden damit zu schwarzen Flecken ohne Lokaljournalismus. Insbesondere das Wegbrechen von Werbeeinnahmen, die Verteuerung der Produktionskosten und die Abnahme der Abonnentenzahlen führen hierbei zu dieser schwierigen Entwicklung.

Frau Borchardt warnte vor den Folgen dieser Entwicklung und zeigte zusätzlich auf, was unter dem Begriff social Media an dessen Stelle tritt und zu welchen Problemen dies in der Zukunft führen kann. In der anschließenden Diskussion gingen die Diskutanten unter der Moderation von Richard Gutjahr auf die angesprochenen Herausforderungen ein und betonten vor allem die positive Herausforderung für unsere aktuelle Zeit. Insbesondere bei uns in Deutschland sprach man sich dafür aus, auch unsere Lokalzeitungen in eine positive Zukunft bringen zu können.

von Karsten Ristow, Geschäftsführer

Dr. Thorsten Schmiege

Oberbürgermeisterin Eva Weber

Mike Richter, Karsten Ristow, Siegfried Troyer, Michael Kohl